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Aktuelles (Pressemitteilungen)

Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus

20.11.2018

Erfasst, verfolgt, vernichtet: So lautet die Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), die Vitos Kurhessen in Kooperation mit der Gedenkstätte Breitenau in Guxhagen vom 25. November 2018 bis 11. Januar 2019 zeigt.

Vitos Kurhessen eröffnet die Ausstellung offiziell am 3. Dezember 2018 um 16 Uhr in der Gedenkstätte Breitenau. Der Ärztliche Direktor des Vitos Klinikum Kurhessen, Dr. Matthias Bender, führt in die Ausstellung ein und Dr. Gunnar Richter, Leiter der Gedenkstätte Breitenau, berichtet über die Geschichte Breitenau im Nationalsozialismus und die heutige Gedenkstättenarbeit.

Weitere Vorträge, die sich mit der Psychiatrie im Nationalsozialismus befassen, finden im Dezember und Januar statt.

Kranke und behinderte Menschen gehörten zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie galten als Belastung für die deutsche »Volksgemeinschaft«. Bis zu 400 000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 200 000 Menschen in Heil- und Pflegeanstalten ermordet.

Die Wanderausstellung der DGPPN wurde in Kooperation mit den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Topographie des Terrors erstellt und bereits von mehr als 355.000 Menschen besucht. Nachdem sie 2014 im Deutschen Bundestag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet wurde, war sie bereits national und international an mehr als 48 Standorten zu sehen.

Die Ausstellung nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie. Sie erzählt in 40 Bildern die Geschichte von Ausgrenzung, Zwangssterilisationen und Massenmord, beschäftigt sich mit Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute.

In exemplarischen Biografien werden die vielen verschiedenen Akteure fassbar, die an den Verbrechen beteiligt waren. Den Schlusspunkt der Ausstellung bilden zahlreiche Stimmen, die das damalige Geschehen von heute aus reflektieren und sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage stellen, welche Bedeutung es für sie persönlich hat: Ärzte, Politiker, Vertreter von Selbsthilfeverbänden, Angehörige von Opfern, Pflegepersonal, Vertreter der Gesundheitsverwaltung und andere. 

Ausstellungsort:
Im Haus der Gedenkstätte Breitenau
Brückenstr.12, 34302 Guxhagen
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 9-13 Uhr und 14-16 Uhr, Sonntag: 13 – 17 Uhr
Die App zur Ausstellung in Gebärdensprache und leichter Sprache kann heruntergeladen werden unter www.dgppn.de/ausstellung

BEGLEITPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG

Montag, 03.12.2018
Begrüßung: 
Irmgard Raschka-Halberstadt, Geschäftsführung Vitos Kurhessen

Eröffnung und Einführung in die Ausstellung: Erinnerung und Verantwortung

Dr. Matthias Bender, Ärztlicher Direktor Vitos Klinikum Kurhessen

Die Geschichte im Nationalsozialismus und die heutige Gedenkstättenarbeit

Dr. Gunnar Richter, Leiter Gedenkstätte Breitenau

Der musikalische Rahmen wird von Herrn Gereon Schoplick, Bad Wildungen, mit Solostücken für Konzertgitarre gestaltet.

Montag, 10.12.2018, 16.00 Uhr
T4-Aktion und die Durchführung in Hessen unter besonderer Berücksichtigung der Landesheilanstalt Merxhausen

PD Dr. Georg Lilienthal, Leiter der Gedenkstätte Hadamar i.R.