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Wenn Kinder und Jugendliche "ausrasten"

30.08.2012

Dr. med. Mareike Schüler-Springorum

„Fünf Sterne kids“ nennen Fachleute eine wachsende Gruppe massiv auffälliger Kinder und Jugendliche mit schwer expansivem, also auch gewalttätigem Verhalten, die bis zu fünf verschiedene Institutionen wie z.B. Kinder- und Jugendpsychiatrie, Polizei, Justiz, Jugendamt und Schule beschäftigen und diese zunehmend ratlos machen.

Aber auch die frühen Formen dissozialen Verhaltens wie Prügeleien, Mobbing, Schuleschwänzen, Ladendiebstahl dominieren immer häufiger die Themen auf Elternabenden, in der Kommunalpolitik und bringen Familien, Schulen und Jugendsozialarbeiter an ihre Grenzen. Dieses Thema beleuchten Fachleute im

Forum für Kinder und Jugendpsychiatrie,

Mittwoch 5.9.2012 von 14 bis 18 Uhr,

großer Konferenzraum, Vitos Klinik Bad Wilhelmhöhe,

Herkulesstr.111, 34119 Kassel

„Gut 25 Prozent unserer ambulanten Patienten werden u.a. wegen Verhaltensauffälligkeiten im Sozialverhalten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie vorgestellt. Auch im stationären Rahmen sehen wir viele dieser Kinder, bei denen die Störung so ausgeprägt ist, dass Eltern nicht weiter wissen, Schulen mit Ausschulung drohen oder auch Jugendämter, Polizei oder Justiz sich mit der Frage an uns wenden, welche Hilfen bei einem Jugendlichen mit ausgeprägt dissozialem Verhalten effektiv sein könnten“, so Dr. med. Mareike Schüler-Springorum, Klinikdirektorin der Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe. „Die aktuelle Studienlage zeigt auf, dass hier verhaltenstherapeutische Maßnahmen am effektivsten sind, die aber langfristig umgesetzt werden müssen, so dass die Klinik hier nur Weichen stellen kann.“

„Man sollte das Problem gerade bei jüngeren Kindern nicht verharmlosen. Zum einen gibt es eindeutige Nachweise, dass früh beginnende Sozialverhaltensauffälligkeiten, die deutlich das Maß normalen Trotzes und kindlichen Unfugs überschreiten häufig bis ins Erwachsenenalter anhalten und dann auch in die Straffälligkeit führen können, während dissoziales und sogar delinquentes Verhalten, das erst im Jugendalter beginnt, meist einer vorübergehende Erscheinung ist“, erläutert Schüler-Springorum weiter.

In der vierstündigen Fortbildungsveranstaltung sollen Möglichkeiten der Prävention und  der Therapie im interdisziplinären Kontext diskutiert werden.

Eingeladen sind neben Kinder- und Jugendpsychiatern bzw. – psychotherapeuten daher gerade auch Lehrer, Sozialarbeiter, Richter und Staatsanwälte und auch interessierte Laien.

Anmeldung erbeten unter: Vitos Klinik Bad Wilhelmhöhe, Tel. 0561-31006-411 oder per Mail an kjp@vitos-kurhessen.de.

Referenten:

Dr. Mareike Schüler-Springorum (Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe)
Entwicklungspsychopathologie dissozialen Verhaltens (Einführung in das Thema) 

Dipl. Psych. Peter Schüler (Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe):
Verhaltenstherapeutische Interventionen bei Störung des Sozialverhaltens

Henning Hinn, Polizeipräsidium Nordhessen:
Gewalt auf dem Schulhof, das Präventionsprojekt „cool sein - cool bleiben“

Dipl.Soz.Päd. Klaus Weisenfeldt (Forensische Fachambulanz Hessen):
Antiaggressionstraining und andere Möglichkeit der Kriminaltherapie mit straffälligen Jugendlichen