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Vitos kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz Witzenhausen: Schließung zum 31.12.2012

19.12.2012

Therapeut mit Kind

Kassel/Witzenhausen. Die kinder- und jugendpsychiatrische Instituts-ambulanz Witzenhausen, eine Zweigstelle der Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe, wird zum 31.12.2012 nun endgültig geschlossen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ab dem 01.01.2013 ihren Dienst in die Vitos kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz Eschwege verlagern und dort die bisher in Witzenhausen behandelten Patienten weiter versorgen.

Der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen, hat der Klinik endgültig eine Absage erteilt. Noch im Sommer war die von der Kassenärztlichen Vereinigung  (KV) Hessen beabsichtigte Schließung der kinder- und jugendpsychiatrischen Institutsambulanz in Witzenhausen zum 30.09.2012 zunächst vom Tisch.  Die Genehmigung der Institutsambulanz wurde bis zum 31. Dezember 2012 verlängert und vereinbart, dass in dieser Zeit ein neuer Antrag auf Genehmigung gestellt wird. Über diesen Antrag hatte abschließend der Zulassungsausschuss zu entscheiden, der die Weiterführung in dieser Woche endgültig ablehnte.

Weiterbehandlung am Standort Eschwege
„Wir bedauern sehr, dass nach acht Jahren die kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz Witzenhausen trotz hilfreicher und erfolgreicher Arbeit geschlossen werden muss“, so Barbara Thorpe, Leiterin der Ambulanzen in Witzenhausen und Eschwege. „Dies bedeutet für die Patienten – Familien mit kleinen Kindern – aber insbesondere für Jugendliche in Krisensituationen, dass sie unsere fachliche Hilfe nur mit weiten Wegen in Anspruch nehmen können. Wir werden das Angebot der Baby-Kleinkind-Ambulanz Witzenhausen selbstverständlich am Standort Eschwege fortführen.“

„Für den Werra-Meißner-Kreis sind wir in der glücklichen Lage, dass wir die ambulante und teilstationäre kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung von unserem Standort in Eschwege aus sicherstellen können, “ so Irmgard Raschka-Halberstadt, Geschäftsführerin Vitos Kurhessen. Mit der Umsetzung der Tagesklinik in Eschwege wird sich auch die Versorgungslage im Werra-Meißner-Kreis weiter verbessern, weil direkte kinder- und jugendpsychiatrische Behandlungsmöglichkeiten über die ambulanten Therapien vorgehalten werden. In der Synergie beider Angebote (Institutsambulanz und Tagesklinik) wird zukünftig die Versorgung der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen im Landkreis Werra-Meißner zuverlässig gesichert werden können.

Tagesklinik im Bau
Die Baumaßnahme der Tagesklinik in Eschwege wird vom Klinikum Werra-Meißner durchgeführt, das hierfür die Fördermittel erhalten hat. Nach Aussage des Klinikums ist die Fertigstellung der Tagesklinik für das dritte Quartal 2013 avisiert.

 

Vitos kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz Eschwege
Luisenstraße 23, 37269 Eschwege
Tel. 05651 - 335 533 0

Hintergrundinformation
Aufgrund einer Gesetzesänderung wurde der Vitos Kurhessen gemeinnützigen GmbH die Ermächtigung für die kinder- und jugendpsychiatrische Institutsambulanz von der Kassenärztlichen Vereinigung bereits im Frühjahr dieses Jahres nicht verlängert. Sie hätte bereits am 30.09.2012 geschlossen werden müssen. Eine Ermächtigung erhält man immer für zwei Jahre.  Alle rechtlichen Möglichkeiten und Wege wurden von Vitos Kurhessen ausgeschöpft.

Nach dem Urteil des Sozialgerichtes Marburg vom 23.05.2007 muss eine organisatorische und räumliche Verbindung einer Institutsambulanz zu einem Krankenhaus gegeben sein. Die Entfernung zum Klinikstandort muss weniger als 29 km betragen. Witzenhausen ist von Kassel 39 km entfernt. Dieses Urteil betrifft alle Institutsambulanzen in Hessen, die über keine ortsnahe Anbindung zu einer Klinik oder Tagesklinik verfügen.

 

Institutsambulanz
Das wichtigste Merkmal der Ambulanzarbeit ist das Zusammenwirken mehrerer Berufsgruppen, also Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Diplom-Psychologen,  Bewegungstherapeuten, Diplom-Sozialpädagogen, Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte. Dieses gerade in der Kinder- und Jugendpsychiatrie bedeutsame multiprofessionelle Arbeiten unterscheidet Institutsambulanzen von sogenannten Ermächtigungsambulanzen also niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern. Die Zweigstelle in Witzenhausen behandelt durchschnittlich 750 Kinder und Jugendliche pro Jahr und beschäftigt vier Mitarbeiter.