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Die Ambulanz der Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe ist Anlaufstelle für Schüler mit Angststörungen

08.10.2015

PD Dr. med. Nathalie Bock

- Die Sommerferien sind schon einige Wochen vorbei, in den Schulen hat der Alltag begonnen. Für manche Schüler setzt sich damit allerdings eine Situation fort, die sie bereits kennen und allein nicht in den Griff bekommen. Sie haben Angst vor der Schule, Angst zu versagen und Leistungsansprüchen nicht zu genügen.

„Typischerweise kommen betroffene Schüler erst einige Wochen nach Schulbeginn in unsere kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz", sagt Priv.-Doz. Dr. Nathalie Bock, ärztliche Leiterin der Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe. Das schlechte Zeugnis zum Schuljahresende ist für viele noch kein Grund, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit den Ferien beginnt sowohl für Schüler als auch für Eltern eine willkommene Auszeit. Gute Vorsätze treten erst mit Beginn des neuen Schuljahres wieder in den Vordergrund. Und spätestens mit den ersten Klassenarbeiten sind die Versagensängste wieder präsent.

Kinder reagieren mit psychosomatischen Störungen 
Nicht selten reagieren betroffene Kinder mit psychosomatischen Störungen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Nervosität. Aus Unkenntnis der Ursache schreiben die Eltern eine Entschuldigung. „Auf diese Weise wird das Problem lediglich vertagt und der Teufelskreis verstärkt", sagt PD Dr. Bock. Die Kinder müssen nicht nur Lernstoff aufholen, sagt die Chefärztin. Wenn sie ohnehin ein geringes Selbstwertgefühl haben, fürchten sie den Spott und die Kritik anderer, was zusätzlich zu sozialen Nöten führen würde. Haben die Eltern dann noch hohe Erwartungen, steigt der Druck immer mehr.

Erste Hilfe in der Ambulanz
Schulangst gehört zu den Angststörungen. Die Behandlung setzt im schulischen Umfeld an und erfolgt gemeinsam mit den Eltern, dem Kind, Lehrern, Schulpsychologen und evtl. Sozialpädagogen. Nach Vorstellung des Kindes in der Kasseler Ambulanz in der Wilhelmshöher Allee wird zunächst eine Überforderung, etwa durch die unpassende Schulwahl, ausgeschlossen. Ferner muss die Schulangst diagnostisch von der Schulphobie abgegrenzt werden, da die Ursachen unterschiedlich sind. Im weiteren Verlauf bekommen auch die Eltern Empfehlungen zum Umgang mit der Schulangst ihrer Kinder. Bei ausgeprägten Angststörungen ist für die Betroffenen eine kognitive Verhaltenstherapie angeraten, die durch Techniken der Selbstbeeinflussung, Entspannungstechniken und der Bearbeitung verzerrter Gedankenmuster („Ich kriege das nie hin") hilft. „Kinder lernen, dass Angst zum Leben gehört. In der Therapie erwerben sie Fähigkeiten, die ihnen helfen, angstbesetzte Situationen zu meistern", sagt PD Dr. Bock.

Kontakt: Vitos kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz Kassel, Wilhelmshöher Allee 204, 34119 Kassel, Tel. 0561 - 3 10 06 - 3 11 11

Hintergrund
Die Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie versorgt flächendeckend und wohnortnah Kinder und Jugendliche in der Stadt Kassel und in den nordhessischen Kreisen an den Standorten Bad Emstal (während der Bauzeit), Eschwege, Hofgeismar, Korbach, Wabern und Witzenhausen. In Wabern gibt es seit 2008 eine Suchtstation mit zehn Behandlungsplätzen für den qualifizierten Entzug von suchtmittelgefährdeten und -abhängigen Kindern und Jugendlichen. Diese wird nach der Umbauphase auch nach Kassel verlegt.

In der Klinik kümmern sich 160 Beschäftigte um die jungen Patienten. Gegenwärtig hat die Klinik inklusive ihrer Zweigstellen insgesamt 60 Betten und 57 tagesklinische Plätze. Sie behandelt im Jahr durchschnittlich 8.000 Kinder- und Jugendliche ambulant und mehr als 400 stationär. Das Angebot reicht von Hilfen bei z.B. Angststörungen, Depressionen, psychosomatischen Beschwerden, selbstverletzendem Verhalten und Schulproblemen bis zu komplexen Interventionen in Krisen. Wesentliches Ziel ist die Vorbeugung und Vermeidung von gravierenden psychischen Störungen.