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Bundesweit einzige Auszeichnung für Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Bad Emstal

16.03.2017

Die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Bad Emstal wurde jetzt als erste forensische Klinik bundesweit als komplementäre DBT-Einrichtung vom DBT-Dachverband zertifiziert. Die DBT – Dialektisch-Behaviorale Therapie – wird herkömmlich bei Patienten mit einer sogenannten Borderline-Störung eingesetzt. Das sind vor allem Frauen, die unter massiven emotionalen Schwankungen leiden und bei denen es sehr oft zu selbstverletzendem Verhalten, beispielsweise „Ritzen“, kommt.

„Bei unseren Patienten kommt selbstverletzendes Verhalten selten vor, die Aggressionen richten sich eher nach außen. Sie leiden aber unter emotionaler Instabilität und einem Verlust der Impulskontrolle, wie Borderline-Patienten auch", sagt Birgit von Hecker, Ärztliche Direktorin der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Bad Emstal. Die Patienten hätten oft keine adäquaten Möglichkeiten, mit Gefühlen wie Ärger, Anspannung und Wut umzugehen. Die DBT vermittelt den Patienten Fertigkeiten, mit denen sie emotionale Schwankungen und Spitzen abfangen können.

Ein Beispiel aus dem DBT-Angebot ist die wöchentlich stattfindende Skillsgruppe, die von einem Team von Therapeuten/Pflegemitarbeitern mit DBT-Ausbildung geleitet wird. „Die Patienten erleben schnelle Erfolge und stehen dem Angebot entsprechend positiv gegenüber", sagt Oberärztin Dr. Eva-Maria Knobloch-Lütke, die in der DBT eine gute Ergänzung zu bestehenden Behandlungsangeboten sieht.

Ergänzung zum Therapieangebot

Das interdisziplinäre DBT-Team besteht an der Klinik schon mehrere Jahre. Acht Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes, der Stationstherapeuten und der Ärzte haben sich in speziellen Fortbildungen qualifiziert. Neben den stationsübergreifenden  Skillsgruppen bieten sie DBT-Sprechstunden an und nehmen Fallbesprechungen unter DBT-Richtlinien vor.  „Das ist auch für das übrige Team hilfreich", sagt Dr. Eva-Maria Knobloch-Lütke. Einen hohen Stellenwert haben Achtsamkeitsübungen, die sowohl für Patienten als auch für das DBT-Team gelten.

Dialektisch-Behaviourale Therapie (DBT)

Das Therapieverfahren wurde von der amerikanische Psychologin Marsha Linehan speziell zur Behandlung der Borderline-Störung, auch als emotional-instabile Persönlichkeitsstörung bekannt, entwickelt. Es basiert auf der Vorstellung, dass bei der Entstehung neurobiologischer Faktoren wie die genetische Anlage und neurobiologische Funktionsstörung mit Umweltfaktoren wie Vernachlässigung, Missbrauchs- und Gewalterfahrungen in der kindlichen Entwicklung zusammenwirken. Dies führt zu einer ausgeprägten emotionalen Verletzlichkeit und rasch aufeinanderfolgenden Stimmungsschwankungen. Ein Merkmal sind starke Erregungsanstiege und für die Patienten sehr quälende Hochspannungszustände, die zu impulsivem und inadäquatem Verhalten führen können. Skills können in einer solchen Situation helfen, die Erregungszustände abzubauen.

Neben der kognitiven Verhaltenstherapie werden bei der DBT auch körperorientierte, gestalt- und hypnotherapeutische Elemente und Zen-buddhistische Gedanken wie Achtsamkeit einbezogen.

 

Hintergrund

Vitos Kurhessen bietet das gesamte Spektrum der Psychiatrie und Psychotherapie für Erwachsene, Kinder  und Jugendliche. Die begleitenden psychiatrischen Dienste richten sich an Menschen mit einer seelischen Behinderung. Mit rund 1.100 Mitarbeitern, über 820 Betten und Plätzen versorgt Vitos Kurhessen an neun Standorten in Nordhessen Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Die Vitos GmbH ist die strategische Managementholding von zwölf gemeinnützigen Unternehmen. Alleingesellschafter ist der Landeswohlfahrtsverband Hessen.

Diagnostik und Behandlung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen, psychosomatischen und forensisch-psychiatrischen Kliniken ist die Kernaufgabe.

9.700 Mitarbeiter erwirtschaften an 60 Standorten einen jährlichen Gesamtertrag von 648 Mio. Euro im Gesundheits- und Sozialwesen, behandeln 43.000 Patienten stationär/teilstationär und 173.000 ambulant.

Vitos gehört zu den großen Klinikbetreibern in Deutschland. Mit 3.500 Betten/Plätzen ist das Unternehmen Hessens größter Anbieter für die ambulante, teil- und vollstationäre Behandlung psychisch kranker Menschen. Die Fachkliniken für Neurologie und Orthopädie haben gemeinsam 300 Betten.

In den Einrichtungen für Menschen mit geistiger bzw. seelischer Behinderung und der Jugendhilfe stehen insgesamt 2.400 Plätze bereit.

 

Fotonachweis:

Birgit von Hecker, Ärztliche Direktorin der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Bad Emstal

Dr. Eva-Maria Knobloch-Lütke, Oberärztin der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Bad Emstal

Vitos Kurhessen/nh