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Psychotherapie bei chronischer Depression

Chronisch verlaufende Depressionsformen sind schwieriger zu behandeln. Dieser Patientengruppe kann mithilfe von CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy, entwickelt von Prof. James P. McCullough) psychotherapeutisch gut geholfen werden.

Der chronisch depressive Verlauf wird als Ergebnis anhaltender Hilflosigkeit betrachtet, die im Rahmen früherer interpersoneller Traumatisierungen, z. B. durch emotionale und physische Vernachlässigung, gelernt wurde („egal was ich mache, ich kann in meinem Leben nichts verändern“).

Soziale Interaktionen verlaufen für die Betroffenen aufgrund eines chronisch niedrigen Selbstwerts und mangelnder Selbstwahrnehmung unbefriedigend und werden zunehmend vermieden. Dies führt zu einer Entkopplung von der Umwelt.

Ziel der Psychotherapie ist es, an interpersonell wirksamen Denk- und Verhaltensmustern zu arbeiten. Die Patienten lernen zu erkennen, wie sie auf ihre Mitmenschen wirken und was andere bei ihnen selbst auslösen, um auf dieser Grundlage soziale Interaktionen den eigenen Wünschen und Zielen entsprechend aktiv mitzugestalten.

Dies bedeutet, dass sie ihre Aufmerksamkeit von intrapsychischen Prozessen, wie z.B. Selbstabwertungen und ständiges Sorgen, auf Konsequenzen ihres eigenen Verhaltens im Hier und Jetzt lenken. So können die Betroffenen neue heilsame Beziehungserfahrungen machen und alte dysfunktionale Entwicklungsblockaden auflösen.