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IPT - Neue ergänzende Behandlungsform der Depression

Patienten in der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie profitieren von einer neuen Behandlungsform der Depression. Bei vielen Erkrankungen unseres Fachgebietes zeigt sich, dass speziell am Krankheitsbild entwickelte „störungsspezifische“ Ansätze die Wirksamkeit der Behandlung steigern können.
Die Klinik gehört zu den ersten Kliniken in Hessen, die seit einem Jahr die Interpersonelle Psychotherapie (IPT) bei Depressionen für ganze therapeutische Teams - in diesem speziell auf die Behandlung von Depressionen zugeschnittenen Verfahren - schult. Diese Form der Behandlung hat sich nachweislich als sehr wirksame Depressions-Psychotherapie herausgestellt.
Sie ist besonders gut geeignet für die multiprofessionelle Therapie, d.h. alle Berufsgruppen der therapeutischen Teams werden geschult. So kommen wirksame und passende psychotherapeutische Methoden in das psychiatrische Akutkrankenhaus.
Die Therapie setzt an den Lebensbezügen des Betroffenen an, die in direktem Zusammenhang mit der Depression stehen. Heute weiß man, dass Depressionen wesentlich durch Konflikte im zwischenmenschlichen oder psychosozialen Bereich ausgelöst werden. Hier liegt der Behandlungsfokus der IPT auf dem zwischen-menschlichen Kontext (z.B. Partnerschaftskonflikte, Trauer oder Probleme am Arbeitsplatz, Rollenveränderung im Rahmen von Mutterschaft oder Pflege eines Angehörigen), in dem sich die aktuelle depressive Episode entwickelt hat.
Die therapeutische Arbeit findet im Hier und Jetzt statt. Dabei ist das Verstehen und Bearbeiten dieser Kontexte wesentlich, da sie mitverantwortlich für die Depressionen sind und umgekehrt.
Dem Patienten soll geholfen werden, neben der emotionalen Bearbeitung der zwischenmenschlichen Probleme auch die nötigen sozialen Fertigkeiten zur Bewältigung der Schwierigkeiten zu entwickeln, während gleichzeitig gezielt an der Reduzierung der depressiven Symptomatik gearbeitet wird.
Bei immer kürzeren Verweildauern – auch in der Psychiatrie - können wir unsere Patienten so effektiver behandeln als bisher. Für die chronische Form der Depression ist wiederum ein anderes psychotherapeutisches Verfahren vorgesehen, das allerdings noch in der Erprobungsphase ist.
Die Akzeptanz dieser Behandlungsform ist bei Patienten hoch, weil direkt ihre unmittelbaren Probleme oder Konflikte und Lebensumstände thematisiert werden. Hierdurch wird sie für den Patienten plausibler, lebensnäher und ressourcenorientiert.
Der Patient bekommt Hilfe zum Verständnis seiner Krankheit und der Beziehung zwischen der Symptomatik und den zwischenmenschlichen Beziehungen.
