Abhängigkeitserkrankungen

Prinzipiell kann jeder abhängig werden, von Alkohol, Beruhigungsmitteln, Aufputschmitteln, Schmerzmitteln, Heroin, Kokain, Cannabis, Lösungsmitteln oder Nikotin.

Nach dem gleichen Muster funktionieren auch „stoffungebundene Süchte“, bei denen es nicht um eine berauschende Substanz geht, sondern um ein Verhalten, das süchtig betrieben wird, Glücksspiel, PC- und Internet, Essen, Kaufen, Arbeiten oder Sport.

Eine qualifizierte Suchtbehandlung widmet sich zunächst der Behandlung von Entzugserscheinungen und akuten Suchtfolgeschäden. Dann muss jedoch die psychische Ebene der Suchtkrankheit berücksichtigt werden; die im Stoffwechsel des Gehirns verankerte Lernerfahrung („Suchtgedächtnis“) begründet eine lebenslange Rückfallgefährdung.

Das Wesen der Sucht als Rückfall-Erkrankung erfordert eine Behandlungsform, die auf mehrfache Behandlungen ausgelegt ist und die die eigenen, jeweils aktuellen Erfahrungen der Betroffenen für den Behandlungsprozess nutzt.

Die wichtigsten Ergebnisse einer Suchtbehandlung bestehen darin,

  • sich in der verzweifelten Situation der Abhängigkeit verstanden zu fühlen,
     
  • die Erfahrung zu machen, dass ein Leben ohne Suchtmittel möglich ist, und
     
  • die Ermutigung zu erneuter Behandlungsaufnahme bei Rückfälligkeit mitzunehmen.