Therapie

Der Behandlungsauftrag der Klinik ist in Paragraph 64 StGB festgeschrieben. Die Klinik hat den Auftrag, die ihnen anvertrauten Patienten „zu heilen oder über eine erhebliche Zeit vor dem Rückfall in den Hang zu bewahren und von der Begehung erheblicher rechtswidriger Taten abzuhalten, die auf ihren Hang zurückgehen.“ Der „Hang“ ist in diesem Falle die Suchterkrankung der Untergebrachten.

Moderne Behandlungsprogramme

Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften gewährt den Patienten eine individuell angepasste und qualifizierte Therapie. Der Arbeit der forensischen Klinik in Bad Emstal liegt ein kognitiv-behaviorales Therapiekonzept zugrunde. Alle Patienten erhalten einen detaillierten Behandlungsplan, der alle drei Monate aktualisiert wird.

Sie nehmen am psychotherapeutischen Einzel- und Gruppenbehandlungen teil, die wohngruppen-, stationsbezogen oder stationsübergreifend angeboten werden. Hier finden moderne störungs- oder deliktspezifische Behandlungsprogramme wie das Reasoning & Rehabilitation-Programm oder die Dialektisch-behaviorale Therapie der Borderlinestörung (DBT) ihre Anwendung.

Berufliche Rehabilitation

Neben der Beschäftigungstherapie, Bewegungstherapie, Kunst- und Musiktherapie spielt die Arbeitstherapie eine wichtige Rolle im Behandlungsprozess. Die Patienten erhalten dabei die Möglichkeit, berufliche Qualifikationen zu erlangen. Der beruflichen Rehabilitation kommt eine wichtige kriminalpräventive Funktion zu.

Die Klinik ist auf diesem Gebiet hervorragend ausgestattet. Sie verfügt über eine Schreiner-, Raumausstatter- und Malerwerkstatt und versorgt über den Bereich „interne Dienstleistungen“ die Wohngruppen mit Nahrungsmitteln. In diesen Bereichen können zertifizierte Qualifizierungsbausteine, die auf eine Ausbildung angerechnet werden können, erworben werden. Aufgrund der Behandlungsdauer sind vollständige Ausbildungen leider nicht möglich.