Zurück in die Mitte der Gesellschaft

Wie lange ein Patient in einer Maßregelvollzugsklinik bleibt, ist unterschiedlich. Suchtkranke Rechtsbrecher sind durchschnittlich eineinhalb Jahre in der Klinik.

In dieser Zeit werden die Patienten auf ein weitgehend selbstbestimmtes, eigenständiges Leben außerhalb der Einrichtung vorbereitet. Dazu gehören auch Vollzugslockerungen. Das sind Belastungserprobungen, die den Patienten ermöglichen, erste Schritte in eigener Verantwortung zu unternehmen und auf eine bedingte Entlassung vorbereiten. Sei sind integraler Bestandteil der Behandlung, bei der sich der Patient in „Freiheit“ erprobt. Ihr geht immer eine Risikobeurteilung voraus, die auf empirisch gesicherten Prognosekriterien beruht. Eine Voraussetzung ist immer die Einschätzung, dass der Patient keine Gefahr für die Bevölkerung ist.

Lockerung je nach Therapiefortschritt

Die Lockerungen werden in einzelnen Stufen gewährt, immer an den Therapiefortschritt des jeweiligen Patienten angepasst. Sie beginnen mit begleitetem Ausgang im Klinikgelände und münden über unbegleitete Ausgänge in Außenarbeit und Beurlaubungen. Am Ende der Behandlung steht die sogenannte Dauerbeurlaubung im Zuge der Entlassungsvorbereitung.

Jede Vollzugslockerung ist eine Einzelentscheidung, insbesondere wenn es sich um einen unbegleiteten Ausgang aus der Klinik handelt. Die ärztliche Direktorin der Klinik trägt dafür die Verantwortung. Ihrer Entscheidung geht immer die Risikobeurteilung voraus, in die das behandelnde Team eingebunden ist. Sie stützen sich dabei auf international entwickelte und anerkannte Tests, sogenannte Risiko- und Prognoseinstrumente. Die beispielhaft niedrige Zahl der Entweichungen aus Vollzugslockerungen zeigt, dass die Lockerungspraxis der hessischen Maßregelvollzugskliniken außerordentlich verlässlich ist.