Körperliche Symptome - Somatoforme (psychosomatische) Störungen

Bauchweh – und kein Arzt findet eine körperliche Ursache.

Dieses Phänomen betrifft ca. drei Prozent der Kinder und Jugendlichen in Kinder- und Hausarztpraxen. Wenn Eltern an diesen Punkt kommen, wird ihnen oft geraten, einen Kinderpsychiater oder Kinderpsychologen aufzusuchen. Denn es besteht der Verdacht einer Somatisierungsstörung. Das bedeutet, dass körperliche Beschwerden auftreten, aber medizinische Untersuchungen keinen körperlichen Befund ergeben, der die Beschwerden erklären könnte.

Nicht nur Bauchschmerzen und Übelkeit sondern auch unangenehme Kribbel- oder Taubheitsgefühle oder verschiedenste körperliche Beschwerden können Ausdruck dieses Krankheitsbildes sein. Da oft Doppeluntersuchungen, Eingriffe oder medikamentöse Behandlungen ohne jeden Erfolg durchgeführt werden, oder sogar schädigen können, ist es wichtig, dieses Krankheitsbild möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Im Verlauf können sich auch andere psychische Symptome wie depressive Symptome oder ängstliche Verstimmung entwickeln. Ein wichtiges Ziel der Therapie ist es daher, dass weitere unnötige körperliche Untersuchungen vermieden werden. 

Behandlung
Als Ursache gilt ein Wechselspiel zwischen Erbanlagen, Lernprozessen, Modelllernen und/oder überfordernden Lebenssituationen. Daher wird im Rahmen der Therapie versucht,

  • körperliche Symptome als „Ausdruck der Seele“ zu verstehen
  • Konflikte (tiefenpsychologisch) zu bearbeiten
  • Umlernprozesse in Gang zu setzen (kognitive Verhaltenstherapie)

Insgesamt ist für den Erfolg der Behandlung sehr wichtig, über das Krankheitsbild aufzuklären und seine Akzeptanz zu erreichen, damit dieser ungünstige Prozess gestoppt werden kann. Bei Erwachsenen ist diese Störung die dritthäufigste psychiatrische Erkrankung und bei fast der Hälfte der Patienten hat sie in der Kindheit begonnen.